01.08.2015

1:1 gegen Dresden: Shapourzadeh schreibt Kickers-Geschichte

Die Würzburger Kickers haben bei ihrer Heimpremiere in der 3. Liga Dynamo Dresden alles abverlangt - und bis kurz vor Schluss war der Aufsteiger der Überraschung nahe: Kapitän Amir Shapourzadeh hatte die Rothosen zwölf Minuten vor Ende in Führung gebracht. Es war eine Woche nach dem 0:0 zum Auftakt beim SV Wehen Wiesbaden der erste Treffer der Kickers-Historie in der 3. Liga. Doch ein stritttiger Elfmeter nur vier Minuten später - Kapitän Michael Hefele verwandelte - brachte den Sachsen den Ausgleich. Es blieb vor 9011 Zuschauern in der ausverkauften FLYERALARM Arean beim 1:1 (0:0).

 

 

Es war eine packende Partie - und in der mussten die Rothosen ab der 14. Minute mit nur zehn Mann auskommen: Innenverteidiger Clemens Schoppenhauer zog gegen den durchgebrochenen Justin Eilers die Notbremse. Schoppenhauer sah Rot, kann aber am kommenden Samstag im DFB-Pokalspiel gegen den SV Werder Bremen (15.30 Uhr, FLYERALARM Arena) auflaufen - die drohende Sperre bezieht sich auf die Spiele der 3. Liga.

 

 

Trainer Bernd Hollerbach reagierte auf den Feldverweis, "opferte" Stürmer Christopher Bieber und bracht dafür Lukas Billick. Zuvor hatte Referee Arne Aarnik des Sachsen einen Treffer aberkannt, entschied auf Abseits (8.). "Für mich eine undurchsichtige Szene", sagte Dynamo-Coach Uwe Neuhaus, der am Ende ein Ergebnis sah, "das absolut gerecht war. Würzburg hat ganz viel in die Waagschale geworfen und ganz viel Enthusiasmus gezeigt."

 

 

Denn auch in Unterzahl wehrten sich die Rothosen - hielten dem Dresdner Druck stand. Marvin Stefaniak (48.), Tim Väyrynen (61.) und Aias Aosman (77.) scheiterten aber allesamt an Kickers-Keeper Dominik Brunnhübner, der den verletzten Robert Wulnikowski vertrat: "Er hat seinen Job gut gemacht. Aber letztlich wusste ich, als ich ihn nach Würzburg geholt habe, was er kann", so Rothosen-Trainer Bernd Hollerbach im Anschluss.

 

 

Der Jubel indes kannt zwölf Minuten vor dem finalen Pfiff kein Ende: Dennis Russ sprintete mit der Kugel am Fuß durch die Dynamo-Abwehr, scheiterte mit seinem Versuch noch an SG-Torwart Janis Blaswich - den Abpraller aber nutzte Shapourzadeh, um die Kickers-Anhang in den siebten Fußball-Himmel zu schießen. "Ein starkes Gefühl", nannte der Spielführer diesen Moment: "Wir haben trotz Unterzahl unsere Chancen gesucht und gefunden. Und das gegen ein Spitzenteam wie Dresden."

 

Dass es eine knifflige Entscheidung war, die Dresden den Elfmeter bescherte, lässt das 1:1-Remis am Ende etwas bitter schmecken. "Wir haben gegen tollen Gegner trotz einem Mann weniger wenig zugelassen, das ist das, was wir alle mitnehmen können", sagte Hollerbach, während Lukas Billick die Szene, die zum Elfmeter führte, "eher außerhalb des Strafraums" sah.