Abnutzungskampf bis zum Ende

FC Würzburger Kickers
0 : 3
TSV 1860 München

9. Spieltag 2021/22

13.11.2021

Spielbericht

Nach dem Punktgewinn in Ingolstadt letzte Woche gastierte zum Hinrunden-Abschluss der verlustpunktfreie Tabellenführer 1860 München am KRE-Sportpark. Mit dezimiertem Kader wusste man um die Schwere der Aufgabe, wollte aber den Löwen einen ähnlichen Kampf bieten, wie es bereits bei den Heimspielen gegen Nürnberg und Augsburg der Fall war. Und auch diesmal konnten die kleinen Rothosen das Spiel bis zum Ende eng halten; Zählbares sprang leider erneut nicht heraus. 

 

Nach schwierigem Start reingekämpft

 

Mit einigen personellen Fragezeichen bis kurz vor Spielbeginn startete der FWK in das Match gegen den Tabellenführer, das für die Heimelf denkbar schlecht begann: Einen langen Ball in die Schnittstelle zwischen Innenverteidigung und Außenverteidigung erlief der Flügelstürmer der Gäste und blieb vor Kickers-Torwart Philipp Ziegler eiskalt, nachdem dieser wenige Momente zuvor noch Sieger gegen den Münchner war (4.). Dieser Spielbeginn spielte der Gastelf freilich in die Karten, da sie zwar nicht die beste Offensive, dafür mit nur vier Gegentoren die beste Defensive stellt. Der FWK kam Stück für Stück besser in die Partie, das Match spielte sich zum Großteil im Mittelfeld ab. Dass der Auftritt der Löwen gegen Ende des ersten Drittels gegen immer besser aufkommende Kickers nicht so souverän wie vielleicht sonst üblich war, merkte man auch am Gästetrainer, der aufgrund eifriger Reklamationen den gelben Karton sah. Weil ein potenzieller Elfmeterpfiff nach Foul an Malik Heilsberg ausblieb, ging man mit diesem 0:1 in die erste Drittelpause. 

 

Starkes Mitteldrittel ohne Belohnung

 

Nach der Ansage in der Pause, die Zweikämpfe noch besser anzunehmen, kauften die kleinen Rothosen dem Tabellenführer im zweiten Drittel tatsächlich immer mehr den Schneid ab. Allein, man schaffte es nicht, sich mit einem Torerfolg zu belohnen, da entweder der 1860-Keeper auf dem Posten war oder aber der Blick für den besser postierten Mitspieler fehlte. Auch neues Personal auf dem herbstlichen Grün – Dorian Deppner und Aaron Weippert ersetzten zur Hälfte des Mitteldrittels Julian Gigul und Lukas Zimmermann – tat dem Aufschwung keinen Abbruch. Hinten stand man sicher, einen Hauch von Gefahr versprühten die Münchner Löwen höchstens bei Standards; in der Offensive ließ man die wenigen (Halb-)Chancen gegen eine gute Gäste-Defensive liegen. So endete das Mitteldrittel torlos, es blieb vorerst beim 0:1.

 

Finales Risiko wird bestraft statt belohnt

 

Mit Jakob Durchholz statt Yannick Schwägerl gingen die kleinen Rothosen das letzte Pflichtspieldrittel der Hinrunde an, in dem man sich belohnen wollte, nachdem man ja schon die Heimspiele gegen die anderen Top-Clubs aus Nürnberg und Augsburg denkbar knapp mit 1:2 verloren hatte. Nachdem den Kickers irgendwann die Zeit ausging – klare Chancen blieben aus – musste man früher oder später immer mehr Risiko eingehen, wodurch sich hinten Lücken ergaben. Zunächst konnten die Gäste diese Lücken zwar für Abschlüsse nutzen, doch die kleinen Rothosen blockten in letzter Sekunde oder die Münchner vergaben ihrerseits selbst. Eine unübersichtliche Situation nach einem von vielen Eckbällen in dieser Phase brachte schließlich die Vorentscheidung: Philipp Ziegler wollte den Ball wegfausten, sprang im Gewühl unter der Kugel durch und 1860 staubte ab (65.). Im Anschluss waren dem FWK in taktischer Hinsicht ein wenig die Hände gebunden, da man sich mit einer 5min-Zeitstrafe nach Foulspiel auch noch in Unterzahl brachte (66.). Auf der Gegenseite blieb eine fällige Zeitstrafe aus, als ein bereits mit gelb verwarnter Münchner mit einem absichtlichen Handspiel einen FWK-Konter stoppte (69.). Der unbändige Wille war der Heimelf jedenfalls nicht abzusprechen. Doch statt einem Anschlusstreffer fiel nach einem Konter das 0:3, gleichbedeutend mit dem Endstand der Partie: Ein Torschuss von links außen verkam zur Bogenlampe, der am langen Pfosten abseitsverdächtig über die Linie gedrückt wurde (75.).

 

Abschluss der Hinrunde

 

Mit diesem Spiel ist das letzte Pflichtspiel der Hinrunde also vorüber und fand in 1860 München einen verdienten Sieger, der abseits des eigentlichen Spielgeschehens hinsichtlich seines Auftretens allerdings sehr viel Luft nach oben hat. Ein Blick zum geliebten Stadtrivalen würde schon reichen, um zu sehen, wie man mit Anstand und ohne Arroganz gewinnt. Die U14-Rothosen beenden die Hinrunde mit vier Punkten aus acht Spielen. Angesichts der gezeigten Leistungen kann man im Großen und Ganzen zufrieden sein: Der 2008er-Jahrgang holte sich seinen ersten Förderrundensieg überhaupt und präsentierte sich gerade in den Heimspielen gegen Nürnberg und Augsburg (Platz 2 und 3) als zäher Gegner. Schade, dass am Ende die Leistungen nicht noch stärker mit Punkten belohnt wurden. Ausreißer in negativer Hinsicht gab es höchstens in Fürth und daheim gegen Unterhaching, denen man deren bislang einzige Zähler vermachte. Verbesserungspotential ist vor allem in Sachen Chancenverwertung und einer kompakten Defensivarbeit auszumachen. Mit noch drei geplanten Testspielen gegen die 2008er-Jahrgänge der Nordbayernauswahl, Viktoria Aschaffenburg und Kickers Offenbach verabschiedet sich die FWK-U14 in die Winterpause. Bis ins nächste Jahr, hoffentlich live vor Ort am KRE-Sportpark!

Aufstellung

Philipp Ziegler – Remo Bauer, Max Kaiser, Jonah Klühspies, Malik Heilsberg, Jonas Klein, Lukas Zimmermann, Julian Gigul, Maurice Schossee ©, Yannick Schwägerl, Mansur Neshani

Bank: Maximilian Thiel – Aaron Weippert, Dorian Deppner, Jakob Durchholz

Daten

Tore: 0:1 (4.), 0:2 (65.), 0:3 (75.)

Zeitstrafe: Mansur Neshani (66.)

Zuschauer: 50

Schiedsrichter: Mayer, Matthias (SV Heidingsfeld)