Die Vereinsgeschichte der Würzburger Kickers

 

Tradition seit 110 Jahren

 

Der FC Würzburger Kickers blickt seit seiner Gründung am 17. November 1907 auf eine lange und bewegte Geschichte zurück:


Kurz nach der Gründung mit dem 1. Vorsitzenden Georg Beer übernahm Alfred Günzburger das Ruder und führte den Verein in eine erfolgreiche Zeit. 1908 gewannen die Würzburger Kickers das erste Lokalderby ihrer Geschichte gegen den 1. Würzburger Fußballverein von 1904 deutlich mit 5:0. Vom bisherigen Stadion auf dem Galgenberg (Kugelfang) zog der Verein 1909 in seine neue Heimat, die Randersackerer Straße. Beim ersten Fußballspiel auf diesem Platz bezwang der FC Würzburger Kickers den 1. FC Nürnberg mit 5:3.

 

Bis ins Jahr 1918 erzielte der Verein beachtliche Erfolge, unter anderem den Aufstieg in die höchste Klasse, Spiele gegen Bayern, 1860, SpVgg Fürth und zahlreiche Freundschaftsspiele im In- und Ausland.

 

Der Kriegsausbruch brachte die ersten Rückschläge seit Vereinsgründung. Durch den 1. Weltkrieg verlor der Verein rund ein Drittel seiner Mitglieder. Nach dem Neuaufbau

 

 begannen die bis heute erfolgreichsten Jahre der Würzburger Kickers. Es wurde in der höchsten Liga gespielt und 1924 die Boxabteilung und 1929 die Handballabteilung gegründet.


Durch den 2. Weltkrieg kam der Spielbetrieb endgültig zum Erliegen, als bei einem Bombenangriff die Tribüne an der Randersackerer Straße restlos abbrennt.

 

Doch bereits 1950 steigen die Kickers wieder in die höchste bayerische Spielklasse auf. Die Hockey-Damen holten in den 1950-er Jahren weitere 4 deutsche Meisterschaften nach dem erstmaligen Triumph von 1941.


1967 bezog der FC Würzburger Kickers nach 58 Jahren Heimat an der Randersackerer Straße das neue Stadion am Dallenberg und schickte ein Jahr später Degenfechter Dieter Jung zu den olympischen Spielen nach Mexico. Eine weitere Abteilung, die Basketballabteilung, kam hinzu und die Fußball-Herren erreichten mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd im Jahr 1977 ihren größten Erfolg. Gemeinsam mit dem FV 04 spielten nun zwei Würzburger Vereine in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

 


 


 

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga Süd hielten sich die Rothosen bis 1983 in der Bayernliga und stiegen in die Landesliga Nord ab. In den nächsten Jahren sind die Kickers noch zweimal zu Gast in der Bayernliga.

 

2005 bis Doppelaufstieg 2012/2013

 

Nach dem Absturz in die Bezirksliga gelang mit 2 Aufstiegen in Folge 2005 die Rückkehr in die Landesliga Nord. Während der WM 2006 war das Kickers-Stadion Heimat der Nationalelf von Ghana. Mit den „Black Stars“ erlebte Würzburg und der FWK ein ganz besonderes Sommermärchen. 2007 feierten die Kickers mit einem großen Fest ihren 100. Geburtstag und sind der älteste Fußballclub Würzburgs. 2008 gelang sensationell der Aufstieg in die Bayernliga.

 

Im Jahr 2009 feierten die Rothosen vor zusammen über 7.000 Zuschauern zwei grandiose Derby-Siege gegen den WFV und den FC Schweinfurt 05. Dennoch mussten die Kickers am Ende der Saison erneut den Gang in die Landesliga antreten. 

Ein sportlicher Umbruch stand an.

 

 Nach einem holprigen Start musste das Ziel Wiederaufstieg allerdings frühzeitig ad acta gelegt werden. In der neuen Saison hatte der Neubau des Kunstrasens höchste Priorität.

Dies hatte auch Auswirkungen auf die finanzielle Ausstattung des Sportbetriebs. Der eine oder andere ältere Spieler hatte den Verein verlassen. Mit zahlreichen jungen Talenten aus der Region und der eigenen Jugend wurde das Team ergänzt. Das Dallenbergstadion der Kickers sollte wieder eine Bühne für hoffnungsvolle Nachwuchstalente aus ganz Mainfranken sein.

 

Für die Saison 2011/2012 wurde der Aufstieg in die neu geschaffenen Bayernliga Nord angestrebt.

 

Durch den Meistertitel in der Landesliga Nord 2012 waren die Kickers zur Teilnahme an der Regionalliga-Relegation berechtigt. Hier konnte sich das Team unter Dieter Wirsching in zwei Runden durchsetzen und somit die fünftklassige Bayernliga überspringen. Die Kickers spielten durch den Doppelaufstieg ab der Saison 2012/13 nach 1998 erstmals wieder viertklassig.

 


 

Start „3x3“ und Arena-Umbauten

 

Durch das Überspringen der Bayernliga wurden die Rothosen 2012 zudem wieder der klassenhöchsten Würzburger Klub. In den ersten Jahren der Regionalliga Bayern erreichten die Würzburger Kickers ihr Saisonziel, den Klassenerhalt, mit Platz 10 (2012/13) und Platz 11 (2013/14) vergleichsweise souverän. Nachdem sich der Verein in der Liga etabliert hatte, beschloss die sportliche Leitung, den Aufstieg in die dritte Liga innerhalb der folgenden 3 Jahre anzustreben.

 

Hierzu wurde das Projekt „3x3“- in drei Jahren in die Dritte Liga ins Leben gerufen. Am 14. Mai 2014 gelang den Würzburger Kickers der Sieg im Finale des Toto-Pokals

 

wodurch sich der FWK nach 1981 wieder für die DFB-Hauptrunde qualifizierte. Nach Ende der Saison verabschiedete sich Erfolgstrainer Dieter Wirsching, seine Nachfolge trat zum Saisonauftakt 2014/15 Bernd Hollerbach an.

 

An der FLYERALARM Arena am Dallenberg hat sich in den letzten Monaten der Saison 2014/15 einiges getan. Der Bau eines VIP Zelts, sowie einer 800 Lux Flutlichtanlage sind dabei sicherlich die größten Investitionen gewesen.

 


 

Rückkehr in den Profifußball

 

Gemeinsam mit dem ehemaligen Bundesligaprofi und Co-Trainer an der Seite von Felix Magath, verfolgten die Kickers seit 2014 das Ziel des Aufstiegs in die 3. Liga. Zunächst waren der Sieg über Fortuna Düsseldorf in der 1. Hauptrunde des DFB Pokals und die gewonnenen Herbstmeisterschaft die größten Erfolge der Saison.

 

Ende Mai 2015 gewannen die Würzburger Kickers die Meisterschaft und die Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken. Das Auswärtsspiel gewannen die Kickers souverän mit 0:1. Das Heimspiel war an Spannung nicht zu übertreffen, denn nach einem Gegentor kam es zum packenden Elfmeterschießen. Die Kickers machten den Aufstieg in die 3. Liga mit einem 6:5 perfekt.

 

In jene 3. Liga starteten die Rothosen zunächst mit dem Ziel „Klassenerhalt“. Nach einer ordentlichen Hinrunde legte die Elf von Cheftrainer Bernd Hollerbach eine beeindruckende Rückserie hin. So landeten die Würzburger Kickers am Saisonende auf dem Relegationsplatz um den Aufstieg in die 2. Liga.

 

Mit einem 2:0-Heimerfolg und einem weiteren 1:2-Sieg  machte der FWK gegen den MSV Duisburg beim Rückspiel in Nordrhein-Westfalen den Durchmarsch in Liga zwei perfekt – zuvor war das bis dato einzig RB Leipzig gelungen. Zudem gewannen die Kickers den bayerischen Toto-Pokal. Im Finale setzten sich die Mainfranken mit 6:2 bei der SpVgg Unterhaching durch.

 


 

Abenteuer 2. Liga

 

Nach über 38 Jahren kehrten die Würzburger mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig, das mit 1:2 verloren ging, in die 2. Bundesliga zurück. Am 14. August 2016 begann das Abenteuer 2. Bundesliga dann auch in der FLYERALARM Arena. Nach 13.959 Tagen hatten die Rothosen wieder ein Zweitliga-Heimspiel. Die Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern endete 1:1-Unentschieden. Eine ganze Region fieberte mit den Würzburger Kickers und unterstützte die Mannschaft von Bernd Hollerbach bis zum Saisonende phänomenal.

 

Die beiden darauffolgenden Spiele waren historisch: Mit dem 2:1-Erfolg beim 1. FC Heidenheim feierten die Kickers ihren ersten Zweitliga-Auswärtssieg ihrer Geschichte. Nach dem 2:0 gegen den VfL Bochum jubelten die Rothosen über den ersten Zweitliga-Heimerfolg seit 13.998 Tagen. Der FWK landete als Aufsteiger nach einer sensationellen ersten Halbserie – gekrönt durch den 3:0-Sieg über den VfB Stuttgart – auf Platz sechs der Hinrundentabelle.

Im DFB-Pokalwettbewerb setzten sich die Mainfranken in der 1. Runde mit 1:0 nach Verlängerung gegen Eintracht Braunschweig durch. In der 2. Runde musste sich der FWK dem TSV 1860 München unglücklich im Elfmeterschießen geschlagen geben. Nach einer enttäuschenden Rückrunde ohne Sieg traten die Kickers am letzten Spieltag vor 60.000 Zuschauern, der größten Kulisse bei einem FWK-Spiel überhaupt, in Stuttgart (1:4) an. Der Abstieg konnte nicht mehr verhindert werden, obwohl die Rothosen beispielsweise keines ihrer vier Frankenduelle gegen den 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth verloren hatten.

 

"Die 3. Liga, die wir vor einem Jahr noch so herbeigesehnt haben, ist alles andere als ein Horrorszenario", sagte FWK-Vorstandsvoristzender Daniel Sauer unmittelbar nach Saisonende: "Neben dem Profiteam liegt unser Fokus künftig zudem auch mit voller Kraft auf dem Ausbau unserer Nachwuchsarbeit, damit wir den Verein nachhaltig weiterentwickeln."