Was macht eigentlich Amir Sharpouzadeh?

01.10.2021 / 11:00 Uhr

Amir Shapourzadeh gerät ins Schwärmen, wenn er an seine Würzburger Zeit zurückdenkt. Er bezeichnet das Stadion am Dallenberg als „einen besonderen Ort im Profi-Fußball“. Vor allem für ihn selbst, der den Durchmarsch der Kickers in eben diesem hautnah miterlebte. Seine Bilanz in Mainfranken: In seiner Premierensaison Meister der Regionalliga Bayern samt Aufstieg über die Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken in die 3. Liga. Zweite Saison Dritter samt Aufstieg in die 2. Liga über die Relegation gegen den MSV Duisburg. Karriereende in der Winterpause der darauffolgenden Spielzeit, als die Kickers auf Rang 6 standen.

 

Viele tolle Momente

 

„Es war eine ungewöhnliche Zeit. Der gesamte Verein, der in der Versenkung verschwunden war, wurde von diesem Erfolg überrascht. Die Planungen waren eigentlich langfristig angelegt. Daher mussten alle im Zuge der schnelleren positiven Entwicklung sehr viel improvisieren, sehr flexibel sein. Das war nur mit sehr großer Leidenschaft möglich“, erinnert sich der gebürtige Iraner. Plötzlich kamen klangvolle Namen der deutschen Fußballgeschichte an den Dallenberg wie der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig oder der 1. FC Nürnberg. „Wir haben viele tolle Momente erlebt, die wir mit den Fans und der Stadt teilen durften. Das war sehr besonders“, findet Shapourzadeh.

 

Vor allem sind ihm aber die Menschen in Erinnerung geblieben. Nicht nur die Mitspieler, sondern auch die Menschen, die mit Herzblut alles für den Verein gegeben haben und noch immer geben. Genau diesen Menschen ist der 38-Jährige jüngst begegnet, als er in seiner neuen Funktion als Sportdirektor des VfL Osnabrück erstmals wieder zu einem Pflichtspiel zurückkehrte. „Es war schon komisch, nun als Gegner an den Dalle zu kommen. Aber es war wie damals sehr viel Herzlichkeit da. Ich habe mich sofort wieder wohl gefühlt. Die gegenseitige Wertschätzung wird immer bleiben, auch wenn ich jetzt für einen anderen Verein tätig bin“, freute sich Sharpouzadeh sehr über das persönliche Wiedersehen im Stadion, obwohl er privat regelmäßig in der Domstadt ist. Denn der Ex-Profi ist in Würzburg hängen geblieben. Während seiner Zeit bei den Kickers hat er auch seine Liebe gefunden. Nicht nur zur Stadt und den Menschen, sondern auch zu seiner Lebenspartnerin, die ihm während seiner Zeit in Würzburg und Wien zur Seite stand und nun auch in Osnabrück zur Seite steht.

 

Aus geringen Mitteln das Maximale herausholen

 

Schließlich war für Shapourzadeh schon vor seinem Karriereende klar, dass er im Profi-Fußball bleiben möchte. Und genau diesen Schritt ermöglichten ihm die Kickers nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Er spielte selbst noch, war aber gleichzeitig Sportdirektor Profi-Fußball. „Das waren meine ersten Schritte. Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir die ermöglicht hat an der Seite von Bernd“, so Shapourzadeh. Nach einem knappen halben Jahr wagte er dann den Sprung nach Wien zum FC FLYERALARM Admira und war von nun an hauptverantwortlich für den gesamten sportlichen Bereich.

 

Alles andere als rosig sei die Ausgangslage gewesen. Seine Kämpfer- und Nehmerqualitäten, die ihn schon auf dem Platz auszeichneten, waren nun auf funktionaler Ebene gefragt und Shapourzadeh lieferte. Die U18 wurde erstmals in der Vereinsgeschichte Meister und spielte in der Youth League. Die Kampfmannschaft nahm an der Europa League Qualifikation teil. „Wir haben die Akademie umgebaut. Viele junge Spieler haben den Sprung in den Profi-Fußball geschafft. Wir haben sehr erfolgreiche Transfers getätigt und jungen Spielern die Möglichkeit gegeben, ihr Potenzial auszuschöpfen“, sagt Shapourzadeh über seine Zeit in Österreich, in der er lernte, aus geringen Mitteln das Maximale herauszuholen.

 

Bodenständigkeit und Gewissenhaftigkeit

 

Dabei erinnerte er sich immer wieder an einen Satz Bernd Hollerbachs: „Er hat immer gesagt: Wir machen nichts Verrücktes.“ Diese Bodenständigkeit und Gewissenhaftigkeit bringt er nach einem Jahr Pause, in dem er seine Zeit in Wien reflektierte und „viel nationalen und internationalen Fußball geschaut hat“, nun in Osnabrück ein.

 

Auch dort war Shapourzadeh von Beginn an gefordert. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga stand ein größerer Umbruch an. 18 Spieler gingen, 16 kamen. „Wir haben einen spannenden Mix aus erfahrenen Spielern und ambitionierten, talentierten Youngstern, die darauf brennen, sich weiterzuentwickeln“, ist der 38-Jährige überzeugt, mit dem VfL eine erfolgreiche Saison zu spielen. Die Auftritte bei Türkgücü München, in Saarbrücken oder auch im Pokal gegen Bremen unterstreichen seine Einschätzung. Perspektivisch wollen die Lila-Weißen nämlich, wie auch die Rothosen, wieder zurück in die 2. Bundesliga.

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