Gastspiel am Millerntor: Hollerbachs Reise in die Vergangenheit

13.04.2017 / 14:15 Uhr

Mit rund 1.400 Rothosen-Fans im Rücken und drei Zählern Vorsprung bestreitet der FC Würzburger Kickers am Ostersonntag (13.30 Uhr) seine Partie gegen den FC St. Pauli im Hamburger Millerntor-Stadion. Dabei wird der 29. Zweitliga-Spieltag für FWK-Cheftrainer Bernd Hollerbach auch eine Reise in die Vergangenheit. 1991 begann für den gebürtigen Würzburger bei den Kiezkickern seine Laufbahn als Profi. Nach einem Probetraining war der heute 47-Jährige ursprünglich erst für den Sommer vorgesehen, „doch Trainer Helmut Schulte sagte mir, dass ich sofort anfangen soll.“ Es folgten vier Jahre und 199 Partien im Trikot der Hanseaten, mit denen Hollerbach 1995 in die erste Liga aufstieg. Über die Station 1. FC Kaiserslautern kam der Linksverteidiger schließlich zum HSV. Hamburg nennt Hollerbach nach insgesamt fast zwei Jahrzehnten an der Elbe „nach Würzburg meine zweite Heimat“.

 

Wir waren seinerzeit auf Pauli eigentlich kein richtiger Erstligist, genauso wie wir hier in Würzburg derzeit noch kein richtiger Zweitligist sind.

Bernd Hollerbach

 

Heute vergleicht Hollerbach seine Kickers mit dem FC St. Pauli von damals: „Wir haben damals viel mit Zusammenhalt und Teamgeist erreicht. So ist das jetzt auch mit meinen Spielern. St. Pauli ist cool – unser Verein ist auch alles andere als normal. Wir waren seinerzeit auf Pauli eigentlich kein richtiger Erstligist, genauso wie wir hier in Würzburg derzeit noch kein richtiger Zweitligist sind.“ Anekdoten aus seiner Zeit am Millerntor gibt es reichlich: „Eine Zeit, an die ich mich immer wieder gerne zurückerinnere. Beispielsweise der Stallgeruch des alten Stadions mit den urigen Kabinen.“

 

Vor seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte macht Hollerbach allerdings unmissverständlich klar, „dass unsere volle Konzentration dem Spiel gilt. Danach wird Zeit sein, in der Vergangenheit zu schwelgen, die eine oder andere Anekdote wird dabei ganz bestimmt auch ausgegraben.“ Am Ostersonntag wieder mit dabei im Team der Würzburger ist Rico Benatelli, der nach zwei Treffern in Serie zuletzt beim torlosen Remis gegen Aufstiegsaspirant Hannover Gelb-Rot-gesperrt fehlte. „Das wird ein Spiel, in dem sich beide Teams nichts schenken werden.“ Bis auf Robert Wulnikowski (Kreuzbandanriss) waren bei beiden Einheiten am Karfreitag alle Mann an Bord. In punkto taktischer Formation gab Hollerbach "meine Idee" nicht preis: "Wir können Vierer- und Dreierkette erfolgreich spielen. Es wird am Sonntag aber nicht auf die Aufstellung, sondern auf die Einstellung ankommen."

 

Zu Hause schwer zu bezwingen

 

Davon, dass St. Pauli gerade mit den Transfers in der Winterpause „ganz vieles richtig gemacht hat und dabei weiter an Qualität gewonnen hat“, ist der Würzburger Cheftrainer überzeugt: „Das zeigen doch auch die Resultate in der Rückrunde. Wir treffen auf einen stark besetzen Gegner.“ Zum Winter verpflichteten die Hamburger mit Mats Möller Daehli (SC Freiburg), Johannes Flum (Eintracht Frankfurt) und Lennart Thy (SV Werder Bremen) drei Erstliga-erprobte Akteure. Flum dürfte am Sonntag gegen den Würzburg den nach seiner zehnten gelben Karte gesperrten Bernd Nehrig ersetzen.

 

Mit 18 Punkten aus elf Partien rangiert das Team von Pauli-Trainer Ewald Lienen als aktueller Tabellen-17. Im Rückrundentableau an siebter Stelle. Zum Vergleich: In den 17 Partien der Hinserie hatten die Kiezkicker gerade einmal elf Zähler gesammelt. Besonders hervorzuheben ist dabei Aziz Bouhaddouz. Der Marokkaner war an über der Hälfte (53.8%) der Tore St. Paulis in dieser Saison beteiligt (12 Tore, 2 Vorlagen in 22 Partien). In seinen letzten zehn Partien war er an zehn Toren direkt beteiligt (9 Treffer, 1 Vorlage). Aktuell warten die Kiezkicker, die sich jüngst mit 2:0 beim 1. FC Nürnberg durchgesetzt haben, seit drei Heimspielen auf einen Dreier (2 Remis, 1 Niederlage) – dem 1:2 gegen Union Berlin folgten zwei torlose Remis gegen Hannover und Sandhausen. Dabei war auf Paulis Defensive vor heimischem Publikum Verlass: In den sechs Partien der zweiten Saisonhälfte im Millerntorstadion kassierte St. Pauli lediglich drei Gegentore (0:1 gegen Stuttgart, 1:2 gegen Union), ansonsten stand viermal die Null. "St. Pauli hat nach der Vorrunde, die gewiss nicht nach Plan gelaufen ist, nachjustiert und sich qualitativ sehr hochwertig verstärkt. Diese Mannschaft hat nichts mit der aus dem Hinspiel zu tun", sagt Hollerbach.

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