15.12.2015

Gastspiel bei Liga-Primus Dresden: Die Kickers wollen mutig sein

Es ist der Auftakt des 21. Spieltages in der 3. Liga und zugleich der Abschluss eines verdammt erfolgreiches Fußball-Jahres des FC Würzburger Kickers: Die Rothosen gastieren an diesem Donnerstag (20.30 Uhr, live beim MDR, Live-Ticker auf www.fwk.de) beim unbestrittenen Klassen-Primus Dynamo Dresden. Und FWK-Trainer Bernd Hollerbach bringt es im Vorfeld der Partie, zu der rund 30.000 Zuschauer erwartet werden, auf den Punkt, wenn er sagt: „Vor nicht allzu langer Zeit wären wir in Würzburg froh gewesen, wir hätten ein Freundschaftsspiel gegen Dresden austragen können.“ Dass die Partie vorgezogen wird, liegt daran, dass das Stadion der sächsischen Landeshauptstadt am Wochenende auf das große Adventskonzert des Kreuzchores am Montagabend vorbereitet wird.

 

Der mainfränkische Aufsteiger reist mit einer Serie von jetzt sieben Partien ohne Niederlage nach Sachsen, wo der Dynamo zuletzt nicht mehr ganz so reibungslos schnurrte: Das Team von Coach Uwe Neuhaus hat zuletzt fünfmal in Serie remis gespielt – zuletzt gab es ein 1:1 bei der Zweitvertretung des VfB Stuttgart. Per Kopf hatte Giuliano Marca in der 90. Minuten die Führung des schwäbischen Kellerkindes egalisiert.

 

Dass sich der Tabellenführer nun im letzten Match des Jahres von seinem ebenso treuen wie großen Anhang mit einem überzeugendem Auftritt in die kurze Winterpause verabschieden möchte, dürfte klar sein und die Sache für das Hollerbach-Team in der Konsequenz bestimmt nicht leichter machen. „Entscheidend wird sein, dass wir an unseren Vorgaben festhalten, hoch konzentriert sind, und auch wenn der Gegner übermächtig zu sein scheint, werden wir unsere Chance bekommen. Da bin ich mir sicher. Im Hinspiel haben wir das schon sehr gut gemacht – trotz über einer Stunde in Unterzahl waren wir es, die in Führung gegangen sind. Dass der späte Ausgleich nach einem Elfmeter zustande gekommen ist, der ganz bestimmt mehr als diskutabel war, ist umso ärgerlicher. Aber es bestärkt uns, auch in Dresden dagegenzuhalten“, sagt der Fußball-Lehrer, der Dynamo schon vor dem Beginn dieser Runde eine ebenso dominante Rolle zugetraut hatte, wie sie etwa Arminia Bielefeld in der Saison zuvor gespielt hat: „Sicher ist im Sport gar nichts, aber letztlich geht die Meisterschaft meiner Meinung nach einzig und alleine über Dresden. Dynamo erfüllt die hohen Erwartungen“, so der Würzburger Coach. „Wir müssen mutig sein“, fordert FWK-Kapitän Amir Shapourzadeh vor der Partie.

 

Die Sachsen sind nicht nur souveräner Tabellenführer mit acht Zählern Vorsprung auf das Überraschungsteam der SG Sonnenhof Großaspach, sondern führen eine Vielzahl an Statistiken an: So bedeuten durchschnittlich 27.688 Zuschauer im 32.066 Besucher fassenden Stadion Dresden mit deutlichem Abstand den Bestwert, 2547 Schlachtenbummler – und damit so viele wie bei keinem anderen Drittliga-Klub – begleiten die Gelb-Schwarzen im Schnitt auch in der Fremde. 13.000 Dauerkarten hat Dynamo abgesetzt – auch das ist Drittliga-Rekord in dieser Spielzeit, für die den Schwarz-Gelben ein Budget von rund zwölf Millionen Euro zur Verfügung steht. Das abgelaufene Geschäftsjahr beendeten die Sachsen als Tabellensechster und mit einem Überschuss von drei Millionen Euro.

 

So beeindruckend die Zahlen abseits des Rasens sind, so bestechend sind auch die Statistiken auf dem Feld: Kein Team hat bislang mehr Treffer erzielt (40), öfter gewonnen (12 Siege) und sowohl daheim (22) als auch auswärts (21) so ergiebig gepunktet. Mit 14 Toren nach Standardsituationen führen die Neuhaus-Schützlinge auch in dieser Kategorie und – wie sollte es auch anders sein – grüßt auch ein Dresdner in der Torjägertabelle vom Platz an der Sonne: Justin Eilers hat bereits 14 Mal ins Schwarze getroffen, Pascal Testroet bringt es auf acht Treffer. Aber: Auch seit fünf Partien ist Eilers jetzt schon ohne Treffer.

 

Während auf Dresdener Seite Aias Aosman im Nachgang der Partie gegen den SC Preußen Münster nach Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses wegen „krass sportwidrigen Verhaltens” zu vier Partien Zwangspause verdonnert worden ist und gegen Würzburg fehlt, können die Mainfranken in personeller Hinsicht weitgehend aus dem Vollen schöpfen: „Einzig Daniele Bruno wird uns definitiv fehlen, er befindet sich nach seinem Kreuzbandriss noch in der Reha. Ob es für Dennis Russ, der Knieprobleme hat, schon in Dresden wieder reicht, müssen wir kurzfristig entscheiden. Letztlich habe ich die Qual der Wahl, die Jungs machen mir die Entscheidungen nicht leicht, jeder will am Donnerstag dabei sein, entsprechend wird auch trainiert“, sagt Hollerbach.