28.10.2014

Kurzvorstellung Eintracht Braunschweig

Morgen steht für die Würzburger Kickers nach dem famosen Erstrundenerfolg gegen Fortuna Düsseldorf die 2. Runde im DFB-Pokal an, wenn die Rothosen um 19 Uhr auf Erstligaabsteiger Eintracht Braunschweig treffen.

 

Neben dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1967 und dem Jägermeister-Logo auf der Brust in den frühen 70-er Jahren gibt es noch deutlich mehr über den traditionsreichen Verein aus Niedersachsen zu berichten.

Gegründet wurde der Verein am 15.12.1895 als Fußball- und Cricketclub Eintracht Braunschweig. Es dauerte jedoch fast 10 Jahre bis die ersten Meisterschaftsspiele nach der Gründung des Fußballbundes für das Herzogtum Braunschweig ausgetragen werden konnten. In den folgenden Jahren erreichte die Eintracht regelmäßig das Finale um die Norddeutsche Meisterschaft, welches nach 3 Niederlagen im Jahre 1913 endlich gewonnen werden konnte. Aufgrund von zeitlichen Problemen blieb den Braunschweigern dennoch die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft verwehrt. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam es in den folgenden Jahren zu erheblichen Einschnitten im Spielbetrieb. Die Saison 1914/15 fiel ganz aus, danach wurde zwischen 1915 und 1918 lediglich eine Braunschweiger Bezirksmeisterschaft in sehr begrenztem Umfang ausgespielt.

 

Am 10. Februar 1920 erfolgte die Umbenennung des Vereins in SV Eintracht Braunschweig. Die Mitgliederzahl hatte sich auf über 1.000 erhöht und als Spielstätte wurde ein neues Stadion errichtet. Die Einweihung des neuen Eintracht-Stadions an der Hamburger Straße fand am 17. Juni 1923 mit einem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg vor 15.000 Zuschauern statt. In den frühen 1920-er Jahren konnte die Eintracht in Norddeutschland weitere Erfolge einfahren, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ebbten die sportliche Aufstieg jedoch ab, 1929 drohte Braunschweig sogar der Abstieg aus der höchsten lokalen Spielklasse, der jedoch knapp abgewendet wurde.

 

1943 erreichte Eintracht Braunschweig die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, wo man im Achtelfinale auf den späteren Deutschen Meister Dresdner SC traf und mit 0:4 unterlag. Auch in der folgenden Saison zog die Eintracht in die Endrunde ein, dieses Mal war schon in der ersten Runde gegen Wilhelmshaven 05 Schluss. Das letzte Spiel von Eintracht Braunschweig vor Kriegsende fand am 4. Februar 1945 bei Germania Wolfenbüttel statt und endete mit dem nicht ganz alltäglichen Resultat von 6:10.

 

Braunschweig gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern der neuen Oberliga Nord, 1952 musste zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Gang in die Zweitklassigkeit angetreten werden, in der Folgesaison gelang der sofortige Wiederaufstieg. 1958 gelang die Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft 1957/1958, wo die Niedersachsen jedoch bereits in der Vorrunde scheiterten. Durch einen 3. Platz in der Oberliga Nord qualifizierte sich Eintracht Braunschweig 1963 für die neu eingeführte Bundesliga und zählte somit zu den 16 Gründungsmitgliedern der neuen deutschen Eliteklasse.

Den größten sportlichen Erfolg feierte Eintracht Braunschweig 1967 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Unter Trainer Helmuth Johannsen zeichnete sich die Meistermannschaft vor allem durch ihre starke Abwehr aus und konnte bereits am vorletzten Spieltag die Meisterschaft vor dem zweitplatzierten TSV 1860 München feiern. Im Pokal der Landesmeister 1967/68 scheiterte Braunschweig im Viertelfinale an Juventus Turin.

 

Nach dem Bundesligaskandal 1971 wurden auch einige Eintracht-Spieler mit Sperren belegt, was 1973 zum Abstieg aus der Bundesliga führte. 1974 konnte der Wiederaufstieg gefeiert werden. In den Folgejahren etablierte sich Eintracht Braunschweig unter Trainer Branko Zebec und konnte wiederholt im oberen Tabellendrittel die Spielzeiten beenden. Ende der 1970-er Jahre folgten viele wechselvolle Jahre mit zahlreichen Auf- und Abstiegen, der vorläufige Tiefpunkt wurde dann 1986/87 mit dem Abstieg in die Drittklassigkeit erreicht. Nachdem 1988 der Wiederaufstieg gelungen war, spielte die Eintracht 5 Jahre in der 2. Bundesliga bis erneut der bittere Gang in die Oberliga Nord bzw. Regionalliga Nord angetreten werden musste. Nach 9 Jahren Amateurfußball waren die Niedersachsen 2002 wieder zurück im bezahlten Fußball, jedoch entwickelte sich die Eintracht in den kommenden Jahren zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen Regionalliga und 2. Bundesliga. 2008 konnte sich Eintracht Braunschweig gerade so mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen die Amateure von Borussia Dortmund für die damals neu eingeführte 3. Liga qualifizieren.

 

Bereits 2011 gelang souverän der Aufstieg in die 2. Bundesliga, am 26. April 2013 feierte Eintracht Braunschweig sensationell die Rückkehr nach 28 Jahren in die 1. Bundesliga. Allerdings stand nach nur einem Jahr wieder der Gang in die 2. Bundesliga an. Aktuell rangieren die „Löwen“ nach 11 Spieltagen auf dem 10. Tabellenplatz. In der ersten Runde des DFB-Pokals setzte sich die Eintracht knapp mit 1:0 gegen den Bremer SV durch.

 

Fakten zum Verein
Gründungsdatum: 15.12.1895
Mitglieder: 4.100 (Stand 1. Juli 2014)
Vereinsfarben: Blau-Gelb
Stadion: Eintracht-Stadion (23.325)
Trainer: Torsten Lieberknecht
Spielführer: Dennis Kruppke

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