21.11.2017

JAKO-Gründer Rudi Sprügel über die Kickers-Nachwuchsarbeit: „Dieses Engagement wird sich auszahlen!“

Er spielte selbst als 20-Jähriger in der 2. Liga für die Kickers. Was er als Jugendlicher mitgenommen hat, weiß der Unternehmer aus Hohenlohe heute mehr denn je zu schätzen – und er weiß, was der FWK binnen kürzester Zeit in Sachen Jugendarbeit auf die Beine gestellt hat: „Die Kickers haben die Chance, Nachwuchsarbeit einer ganzen Region zu bündeln.“

 

Wenn er über sich spricht, dann ist in jedem Satz die Bodenständigkeit nicht zu überhören. Er ist so. Rudi Sprügel nennt sich im Rückblick den „Bub vom Land, der ganz gut kicken konnte“: Der Bub war damals gerade 19 und ihn zog das runde Kunstleder aus dem beschaulichen Mulfinger Ortsteil Hollenbach in Hohenlohe quasi über Nacht nach Würzburg. „Es war eine Chance“, sagt Rudi Sprügel heute. Der Unternehmer, dessen Firma JAKO kurz davor ist, mit Teamsportausrüstung die 100-Millionen-Euro-Umsatzgrenze zu knacken, hat den Moment seinerzeit begriffen und kurzerhand seine Chance gesucht. Bei den Würzburger Kickers. Sprügel aber war auch immer schon Realist. Einer, der sich nur zu gut einzuschätzen wusste und einer, der heute über diese Zweitliga-Saison von 1977/78 sagt, „dass wir schon abgestiegen waren, als ich das erste Mal zum Einsatz gekommen bin. Wir hatten gleich die ersten neun Spiele verloren. Der Zug zum Klassenerhalt war schnell ohne uns abgefahren. Kein Vergleich zur letzten Saison der Kickers, da war im Winter ja noch alles bestens. Trotzdem haben wir alle zusammen versucht, als Mannschaft weiterzukommen, wir wollten uns auch persönlich weiterentwickeln und etwas fürs Leben mitnehmen“.

 

Wir sind auch ins Risiko gegangen, haben aber nie alles auf eine Karte gesetzt.

JAKO-Gründer Rudi Sprügel

 

Trotz Talent, Fleiß und Ehrgeiz war dem heute 60-Jährigen seinerzeit schnell klar, „dass ich mein Geld nicht mit Fußballspielen verdienen werde“: Sprügel lebt heute trotzdem vom Sport. Er vertreibt Sportbekleidung und mittlerweile tragen mehr als 100.000 Mannschaften in mehr als 50 Ländern Ausrüstung seines Unternehmens, in der vergangenen Saison „spielte“ JAKO erstmals in seiner 28-jährigen Firmenhistorie in der Champions League – als Ausrüster von Bayer 04 Leverkusen. „Wir haben mit JAKO immer Schritt für Schritt gemacht“, sagt er: „Wir sind auch ins Risiko gegangen, haben aber nie alles auf eine Karte gesetzt.“

 

Alle Kickers-Teams tragen JAKO

 

Mittlerweile hat sich der Kreis geschlossen, und Rudi Sprügel wird heute mehr denn je auf seine Zeit bei den Rothosen angesprochen. Die Kickers spielen mittlerweile in JAKO – nicht nur die Profis, sondern auch der Unterbau, die Kinder und Jugendlichen. Talente, die vom Beruf als Fußballprofi träumen, ebenso wie die Knirpse, die einfach nur Freude haben, mit Freunden dem Ball nachzujagen. „Wenn wir so ein Engagement wie bei den Kickers eingehen, dann auch nur komplett – von oben bis unten. Das ist unsere Philosophie, so tickt JAKO“, sagt Sprügel, der natürlich weiß, dass der sportliche Weg beim Drittligisten aktuell etwas ins Stottern geraten ist, „aber die Kickers sind stark genug und gefestigt, um auch solche Phasen wegzustecken. Klar ist bei all dem rasanten sportlichen Aufstieg doch auch, dass in dieser Geschwindigkeit nicht alles so nachwachsen konnte, wie es über einen längeren Zeitraum passiert wäre. Aber auch das muss man jetzt als Chance begreifen – und ich habe das Gefühl, dass das bei den Kickers genau so ist“.

 

Wer sieht, was da binnen kürzester Zeit an Strukturen geschaffen worden ist, der merkt auch ganz schnell, was der Profifußball für die Kinder bedeutet.

JAKO-Gründer Rudi Sprügel

 

Sprügel spricht von Konsequenz, wenn er sein Handeln als Unternehmer beschreibt, und er benutzt dieses Wort auch dann, wenn es um den Unterbau bei den Kickers geht: „Wer sieht, was da binnen kürzester Zeit an Strukturen geschaffen worden ist, der merkt auch ganz schnell, was der Profifußball für die Kinder bedeutet. Da ist bei den Kickers etwas entstanden. Die Jugendarbeit bietet dem Verein, der nicht das ganz große Umfeld hat, wie es beispielsweise im Ruhrgebiet vorhanden ist, wo einfach mehr Menschen leben, die Chance, Nachwuchsarbeit einer ganzen Region zu bündeln. Das muss und wird das Ziel sein.“

 

Ausdauer, Geduld und Zielstrebigkeit nötig

 

Der JAKO-Gründer ist angetan von den neu geschaffenen Trainingsmöglichkeiten, dem Aufbau eines Nachwuchsleistungszentrums nach DFB-Vorgaben und der bewussten Verquickung von Breitensport und gezielter Talentförderung. „Irgendwann wird sich dieses Engagement auszahlen. Ich kann nur das Beispiel Hoffenheim nennen“, sagt er und blickt zur TSG, „die es perfekt hinbekommen hat. Bei alledem dürfen wir aber nicht vergessen, dass es auch dort 15 Jahre gedauert hat. So etwas geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Ausdauer, Geduld, Zielstrebigkeit und auch die nötigen Mittel. All das ist bei den Kickers vorhanden“.

 

Der Unternehmer rät zu dem, was auch ihn auf seinem Erfolgsweg stets begleitet hat: Konsequenz! „Dieser Weg, wie er jetzt in Würzburg eingeschlagen worden ist, muss weitergegangen werden. Ohne Wenn, ohne Aber! Und auch deshalb bin ich einer, der den Kickers auch auf diesem Gebiet der Nachwuchsarbeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Profis sind wichtig, sie sind das Zugpferd. Aber wir dürfen den Blick auch gerne nach rechts und links richten. Da passiert bei den Kickers gerade sehr, sehr viel.“

 

Der FuSSballer Sprügel

Rudi Sprügel kam im Sommer 1977 als 20-Jähriger vom FSV Hollenbach zu den Würzburger Kickers. In der Rückrunde der Zweitliga-Saison 1977/78 konnte sich der offensive Mittelfeldspieler bei den Rothosen durchsetzen und insgesamt 18 Mal in der damals zweigeteilten 2. Bundesliga auflaufen, ehe er im Sommer 1979 zum FV Lauda wechselte.

 

Foto: Norbert Schmelz / www.schmelz-fotodesign.de

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