0:0 in Nürnberg: Vor dem Tor nicht zwingend genug

1. FC Nürnberg II
0 : 0
FC Würzburger Kickers

6. Spieltag (Meisterrunde) 2021/22

07.05.2022

Spielbericht

Die U17 der Würzburger Kickers hat es leider nicht geschafft, die U16 des Club von Platz zwei zu verdrängen. In einer engen Partie auf taktisch hohem Niveau blieb es am Ende beim torlosen Remis, weil man trotz Feldüberlegenheit nicht zwingend genug agierte und im Abschluss keine Effizienz zeigte. Die Club-U16 hatte nur zwei Torchancen, hätte am Ende aber sogar gewinnen können.Die Würzburger Kickers mussten ohne ihren besten Stürmer Jan Bauer auskommen, da dieser am Folgetage in der U19 gebraucht wurde.Dafür rückte Ismael Sterz nach seinem erfolgreichen Einsatz bei der U16 in die Startelf. Für Jonas Enzmann, der nur einen Kurzeinsatz erhalten sollte, trat Dominik Funk auf dem rechten Flügel an.

 

Kickers fahren gefährliche Konter

 

Auf dem hervorragenden Platz 5 am Valznerweiher stand einem technischen Spiel nichts im Wege. Allgemein durfte erwartet werden, dass der Nachwuchs des Zweitligisten hier ein paar Vorteile haben könnte, während die Kickers im Zweikampf bevorteilt sein sollte. Die Club-U16 begann mit Schwung und legte zu Beginn ein ordentliches Tempo. Die Kickers mussten erstmal sauber verschieben und viele Räume zulaufen. Daher wurde man vor allem nach Kontersituationen gefährlich. Vor allem über rechts, wo Dominik Funk immer wieder gute Läufe zeigte und bei Umschaltsituationen durch das Zentrum, wo Lennard Schneider in Ansätzen seine Gefährlichkeit zeigte, kamen die Gäste gefährlich vor das Nürnberger Tor. Ein Solo von Dominik Funk hätte bereits nach vier Minuten die Führung bedeuten können. Er setzte sich mit Willen gegen gleich mehrere Heimverteidiger durch und tauchte plötzlich alleine vor dem Keeperden FCN auf. Seinen hohen Schuss konnte der Schlussmann aber mit der linken Hand parieren.

 

Die Nürnberger ihrerseits versuchten sich an ruhigem und gepflegtem Spielaufbau, der die Offensivreihe der Kickers zu enormen Laufwegen zwang. Oft war aber spätestens vor der Kickers-Viererkette Schluss mit den feinen Kombinationen, weil dort der einmal mehr überragende Benjamin Desic und der unermüdliche Ben Erhard resolut aufräumten. Da auch die Viererkette mit Kapitän Nick Doktorczyk, Marcello Operskalski, Marco Mütsch und Luca Forster einen ganz starken Tag erwischte, verlebte Torwart Leon Walch einen insgesamt sehr ruhigen Mittag.So gut man defensiv arbeitete, so sehr mangelte es den Offensivaktionen leider am letzten Tick. Nicht selten, wie beispielsweise bei der guten Schusschance vonLennard Schneider in der 19. Minuten, wurde der Moment des günstigsten Abschlusses verpasst, so dass Nürnberg oft im letzten Moment klären konnte.

 

Last-Minute-Pfostentreffer der Clubberer

 

Auch nach der Pause kam Nürnberg mit Dampf aus der Kabine. Aber wieder dauerte es nur knapp zehn Minuten, bis die Würzburger die Spielkontrolle übernahmen.Nach und nach kamen mit Madaani Seidu, Jonas Enzmann und Elias Wehner auch frische Kräfte für den Offensivbereich. Die weitaus besseren Umschaltaktionen hatten auch im zweiten Abschnitt die Gäste aus Würzburg. Wieder wurde es über Dominik Funk gefährlich, der über den rechten Flügel auf und davonwar, aber im Strafraum noch gestellt wurde (54.). Nach etwas mehr als einer Stunde hatte Madaani Seidu nach einer Kombination über Lennard Schneider die Führung auf dem Fuß, der zögerte er einen Moment zu lange mit dem Abschluss. Da der Führungstreffer nicht fallen wollte, stand das Spiel auf des Messers Schneide. Die Nürnberger wurden vermehrt in die Defensive gedrängt, wurden aber in der Schlussphase bei Kontern gefährlich. Zunächst aber rauften sich wieder die Kickers die Haare. Luca Forster legte gleich mehrere gute Soli über den linken Flügel hin. Bei einem dieser Ausflüge brachte er den Ball perfekt entlang der Fünfer-Linie in den Strafraum, doch sowohl Dominik Funk als auch Madaani Seidu verpassten die gute Hereingabe (72.). Das Spiel wogte nun hin und her. Das Mittelfeld wurde in der Regel blitzschnell überbrückt. So entstanden auf einmal ganz große Räume, weil weder die aufrückenden Viererketten noch die zurückeilenden Sturmreihen die Lücken schließen konnten.

 

Ein langer Ball der Nürnberger wurde kurz vor Schluss urplötzlich brutal gefährlich. Schon vorher hatte Leon Walch ein paar Mal sehr gut mitgespielt oder Standards abgefangen. In der Situation konnte er gegen einen durchgebrochenen Stürmer glänzend parieren, doch der Ball prallte zu einem Mitspieler, der in der Folge mit seinem Direktschuss nur den Pfosten des verwaisten Tores traf.Am Ende musste man sogar froh sein, den Punkt noch mitgenommen zu haben. Aber natürlich war man über die gesamten knapp 84 Minuten gesehen, die überlegene Elf und war dem Sieg näher. Was dieses Mal, im Vergleich zu den Spielen gegen Memmingen und Rosenheim fehlte, war die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und vor allem die Präzision beim vorletzten und letzten Pass. Das Fehlen von Jan Bauer machte sich in diesem Punkt bemerkbar.

Aufstellung

Startelf Würzburg: Leon Walch, Marcello Operskalski, Nick Doktorczyk (C), Luca Forster (80. Kapukiran), Lennard Schneider, Ben Erhard(69. Wehner), Dominik Funk, Ismael Sterz (57. Seidu), Sem Gralek (60. Enzmann), Marco Mütsch, Benjamin Desic

Bank Würzburg: Jayden Janda (ETW), Muhammed-Ali Kapukiran, Jonas Enzmann, Madaani Seidu, Elias Wehner

Statistiken

Tore: Fehlanzeige.

Schiedsrichter: Nico Hauser (Simon Pfister, Florian Paul).

Zuschauer: 53 (Sportpark Valznerweiher).

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