Zweiter Sieg dank großen Willens und Moral

FC Würzburger Kickers
2 : 0
1. FC Nürnberg II

3. Spieltag 2021/22

19.09.2021

Spielbericht

Gegen die spielstarke U16 des 1. FC Nürnberg gelang dem FC Würzburger Kickers der zweite Saisonsieg. Die Gäste-Elf, trainiert vom ehemaligen Bundesliga-Profi Reinhold Hintermaier, begann verhalten und ließ die Kickers-Elf erstmal gewähren. Offensichtlich war der Respekt vor den Rothosen groß. So ließ man den Ball in den eigenen Reihen laufen und versuchte vor allem sich über die Flügel durchzuspielen. Vor allem der linke Flügel konnte sich über Luca Forster und Jonas Enzmann zu Beginn mehrmals in Szene setzen.


Über links fiel auch die entscheidende Szene vor dem 1:0. Jonas Enzmann kam mit dem Rücken zum gegnerischen Tor an den Ball und wurde durch einen Tritt an die rechte Wade zu Fall gebracht. Lennard Schneider trat zum fälligen Elfmeter an und versenkte den Ball durch einen gezielten Schuss in die linke obere Ecke.


Das Tor verlieh den Kickers Sicherheit und es gelang auch weiterhin, die Clubberer vom eigenen Tor fernzuhalten. Das 2:0 schien deutlich logischer zu sein, bis der insgesamt ordentliche, aber in dieser Szene ganz schwache Schiedsrichter Ramon Taub entscheidend in das Spielgeschehen eingriff. Nürnbergs Keeper warf sich knapp vor Jonas Enzmann auf den Ball. Der Würzburger Stürmer lief am Schlussmann der Gäste vorbei und streifte diesen unabsichtlich mit dem Hinterbein. Von der anschließenden Theatralik des sich übertrieben rollenden Torwarts ließ sich Taub offensichtlich fehlleiten. Er zeigte dem Stürmer zum Entsetzen von Mannschaft, Trainerteam und Zuschauern die rote Karte. Fortan, über 50 Minuten, musste die Kickers-Elf daher in Unterzahl agieren.


Coach Marc Reitmaier änderte die taktische Formation und zog Lennard Schneider von der zentralen 10er-Position auf den rechten Flügel zurück. Ben Erhard reihte sich neben den beiden 6ern auf dem linken Flügel ein, vorne blieb allein Jan Bauer als erste Abfangjäger. Das 4-4-1 sollte vor allem verhindern, dass der Club das Spiel extrem in die Breite ziehen konnte und somit die Überzahl klarer ausspielen konnte als sie es letzten Endes taten.


Durch starke Deckungsarbeit und intelligente Zweikampfführung fing man den ersten Schwung der Nürnberger. Diese kamen nun logischerweise zu deutlich mehr Ballbesitz als zuvor, wirklich gefährlich vor den Kasten von Leon Walch kamen sie aber nicht.


In der Pause schwor Coach Reitmaier seine Jungs auf das neue System ein und machte den immer noch wütenden Kickern klar, auf was es jetzt ankam. Und das dezimierte Team lieferte im zweiten Durchgang einen exzellenten Job ab. Jeder fightete für seinen Nebenmann, so dass die nummerische Unterlegenheit kaum in Erscheinung trat. Die Absicherungen klappten und das Eindringen des Clubs in die Gefahrenzone wurde effektiv unterbunden. Einen schneller Konter, eingeleitet durch einen genialen Steilpass von Lennard Schneider, schloss Sturmspitze Jan Bauer mit einem überlegten Schuss ins kurze Eck ab, so dass dem Club gleich mal ein Stück ihrer Moral und ihres Vorhabens den schnellen Ausgleich zu erzielen.

 

Die jungen Nürnberger wurden zunehmend ungeduldig und auch ungenau im Passspiel. Hinzu kam der große Einsatz und Wille der Rothosen, die jeden gewonnenen Zweikampf wie den Schlusspfiff feierten. Die Fernschüssen des Clubs wirkten schon fast wie Verzweiflung. Eigentlich muss man nur zweimal die Luft anhalten. Ein Freistoß aus knapp 20 Metern zischte nur knapp über den Querbalken. Bei einer der wenigen Unachtsamkeiten bei einem Standard geriet ein Nürnberger in Rücklage und schoss den Ball aus guter Position deutlich über den Kasten. Der Rest wurde eine sichere Beute des starken Kickers-Schlussmanns Leon Walch.

 

Hätte man etwas zielstrebiger gekontert, wären sogar noch mehr Kickers-Tore drin gewesen, da man aber viele Körner in der Defensivarbeit lassen musste, fehlte dann die Power im offensiven Umschaltspiel. Die Leistung der gesamten Mannschaft in der Abwehr, im Zulaufen entstehender Löcher und die Entschlossenheit im Zweikampf führten letztlich dazu, dass man am Ende trotz 52-minütiger Unterzahl einen souveränen Sieg einfuhr. Coach Reitmaier zeigte sich nach dem Schlusspfiff beeindruckt von der Willensleistung seiner Mannschaft und brachte seinen tiefen Stolz auch dadurch zum Ausdruck, dass er der Mannschaft einen trainingsfreien Montag spendierte.

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